Balint Psychodrama – in Kurzform

Das Balint Psychodrama kombiniert zwei Methoden :
– die von Michael Balint mit Allgemeinmedizinern an der Tavistock-Klinik in London entwickelte „klassische“ Balint-Arbeit, und
– das im Rahmen der SEPT (Gesellschaft für das Studium des therapeutischen und theoretischen Psychodramas) in Paris konzipierte psychoanalytische Psychodrama.
Das Balint Psychodrama wurde von Anne Caïn, einer französischen Psychoanalytikerin und Psychodramatikerin in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt. Weitere historische Details sind unter "La méthode" zu finden.
Wie bei der klassischen Balintarbeit treffen sich beim Balint Psychodrama ÄrztInnen, PsychologInnen und Angehörige anderer medizinischer Berufsgruppen in Kleingruppen unter der Leitung von ein oder zwei in der Methode ausgebildeten GruppenleiterInnen (PsychoanalytikerInnen, psychodynamisch ausgebildete KollegInnen). Ausgehend von der Vorstellung eines klinischen Falles können Beziehungsschwierigkeiten mit PatientInnen besser verstanden werden ; die Gruppenarbeit beschränkt sich jedoch auf berufsbezogene Selbsterfahrung.
Im Balint Psyhodrama bittet die Gruppenleitung den oder die Fallvorstellende/-n (Referenten/-in) nicht nur über die Begegnung zu berichten, sondern wichtige Momente seiner oder ihrer Beziehung zum Patienten zu finden, diese in Szene zu setzen und sie mit Hilfe des psychodramatischen Spiels wieder zu erleben. Die Darstellung einer echten Begebenheit aus dem Berufsalltag ermöglicht, auch und insbesondere durch die Beiträge der GruppenteilnehmerInnen, die Beziehung zwischen BehandlerIn und PatientIn besser zu verstehen, zu reflektieren und unbewusste Prozesse in der Begegnung mit PatientInnen erkennen zu lernen.
Balint Psychodrama soll BehandlerInnen helfen, Schwierigkeiten im beruflichen Kontext und deren Bedeutung künftig besser zu verstehen ; hierzu trägt auch das nochmalige Erleben und Nachspielen des beruflichen Handelns bei.